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Gut Ankommen heißt in Mannheim ANIMA


ANIMA (Ankommen in Mannheim) ist ein von der EU gefördertes Integrationsprojekt der Stadt Mannheim, das gemeinsam mit dem Wohlfahrtsverbänden ein bedarfsgerechtes Beratungsangebot für Zuwanderer*innen in schwierigen sozialen Lagen anbietet, mit besonderem Schwerpunkt auf Bulgarien und Rumänien. Im August wurde bekannt, dass die Förderung durch die EU verlängert wurde.

Ich freue mich sehr, zu diesem Thema heute mit Claus Preißler, Beauftragter der Stadt für Integration und Migration, mit Stefanie Paul von der Caritas und mit Martin Metzger von der Diakonie ins Gespräch zu kommen.

„Die muttersprachliche Beratung des Projekt ANIMA bietet einen wesentlichen Zugang zu den Neuzugewanderten aus Rumänien und Bulgarien, die seit dem EU-Beitritt dieser beiden Länder die mit Abstand größte Zuwanderergruppe nach Mannheim bilden. Die ANIMA-Beratung bietet nicht alleine  wichtige Erstorientierung und soziale Unterstützung, sondern schafft auch Vertrauen in unsere öffentlichen Institutionen. Die Vernetzung mit den über den städtischen Integrationsfonds finanzierten Fördermaßnahmen wirkt sich ebenfalls gut auf die Einbindung und Zusammenarbeit mit den Neuzugezogenen aus“, resümiert Preißler. „Außerdem freuen wir uns sehr, dass wir mit der Caritas, der Diakonie und dem Paritätischen erfahrene Träger der freien Wohlfahrtspflege und insbesondere der Integrationsförderung als Partner gewinnen konnten.“

Wie genau kann man sich das vorstellen, was passiert bei ANIMA konkret?

“ ANIMA bestärkt die Menschen und klärt sie über ihre Rechte hier in Deutschland auf“, so Stefanie Paul. „Wir bieten eine unabhängige Beratung und begleiten auch zu Behörden. Unser Ziel ist es, die Menschen zu ermächtigen, damit sie sich selbstständig hier zurecht finden. Wir ersetzen damit keine bestehenden Angebote der Sozialberatung, sondern bilden vielmehr eine Art Schnittstelle zwischen diesen Angeboten. Leider werden die Neuzugezogenen oft Opfer von organisierten kriminellen Strukturen und landen dann in unzumutbaren Wohnverhältnissen oder ausbeuterischen Jobs. Da wollen wir ansetzen und die Menschen darin bestärken, sich dem zu widersetzen.“

Martin Metzger von der Diakonie ergänzt: „Oft kommen die Menschen ohne Sprachkenntnisse und müssen sich dann hier zurecht finden, auch da setzen wir an. Mit der Zeit stellen wir unsere Beratung deswegen zunehmend auf Deutsch um und motivieren zum Spracherwerb. Wichtig ist auch, dass die Beraterinnen und Berater sozialräumlich vor Ort sind. Wir knüpfen an bestehenden Strukturen an, deswegen findet ein Großteil der Beratung zum Beispiel im Gemeinschaftszentrum Jungbusch statt. Unser Ansatz ist niedrigschwellig und konzentriert sich speziell auf die Mütter und Kinder. Da Bildung für Kinder einer der wichtigsten Integrationsfaktoren ist, setzen wir uns für gute Kita-Plätze und einen guten Schulzugang ein.“

Ich bedanke mich für dieses spannende Gespräch und diesen wichtigen Einblick in die  Integrationsarbeit in Mannheim. Wie immer bei solchen Gesprächen nehme ich die Anregungen und Vorschläge mit nach Berlin. Denn gerade hier braucht es die richtigen Weichenstellungen auf Bundesebene: eine gute Arbeitsmarktpolitik, die den Betroffenen anständige Löhne sichert. Als LINKE setzen wir uns für eine Erhöhung des Mindestlohns und Ausweitung der Tarifbindung ein. Die Einhaltung der Mindestlöhne muss kontrolliert werden. Die Städte tun oft viel, um die sozialen Verwerfungen vor Ort aufzufangen und zu kompensieren, doch die Voraussetzungen für eine gute Sozialpolitik müssen auf Bundesebene gesetzt werden – dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen.


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